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Hertha BSC und die erfolgreichen 30-er Jahre

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Die erfolgreichste Phase in der Geschichte von Hertha BSC sind die späten zwanziger – und frühen dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Das ist bekannt. Ziemlich unbekannt ist, dass der Verein in dieser Zeit zwei besondere Rekorde aufstellt.

Der zweite Titelverteidiger

Hertha BSC ist der zweite deutsche Verein (nach dem 1. FC Nürnberg), der seinen Meistertitel erfolgreich verteidigen kann. 1930/31 gelingt das Kunststück. Und die Berliner stellen 1931 mit ihrer sechsten Finalteilnahme in Folge einen Rekord auf, der bis zur Abschaffung der Endspiele um die Meisterschaft im Jahr 1963 von Schalke 04 (1937 – 1942) eingestellt, aber nicht mehr übertroffen wird.

Der Klub gilt dabei nach vier hintereinander verlorenen Finalspielen von 1926 bis 1929 als “Unglücksmannschaft des Deutschen Reiches”, ehe der Bann 1930 endlich gebrochen wird.

1860 München ist besser, doch Hertha BSC gewinnt durch zwei Abseitstore

Was auch nur wenige wissen. Der Titelgewinn der Hauptstädter im Jahr 1931 ist ein echter Skandal. Hertha ist im Duell mit den Münchner Löwen klar unterlegen und liegt bis kurz vor Schluss folgerichtig mit 1:2 zurück.

Durch zwei mehr als eindeutige Abseitstreffer, der Schiedsrichter ignoriert jeweils die Fahne seines Linienrichters, gewinnt Hertha BSC noch mit 3:2. Für Hertha-Fans ist der Sieg nur ausgleichende Gerechtigkeit.

Denn zwei Jahre zuvor verliert Hertha BSC im vierten Endspiel in Folge zum vierten Mal. Dieses Mal gegen Fürth – in Nürnberg. Ebenfalls in einem Skandalspiel.

Randale der Nürnberg-Fans

Die Anhänger des benachbarten 1. FC Nürnberg glauben, die Halbfinalniederlage ihres Vereins gegen Hertha BSC, die erste Niederlage der Nürnberger bei einer Meisterschafts-Endrunde und das erste Mal, dass sie bei einer Teilnahme nicht das Finale erreichen, sei auf gravierende Fehler des Schiedsrichters zurückzuführen.

Sie bereiten den Hauptstädten einen mehr als feindseligen Empfang. Auch während des Spiels gibt es ordentlich Randale und Bambule.

Die Partie steht mehrmals kurz vor dem Abbruch, wird dann aber doch zu Ende gespielt. Fürth gewinnt mit 3:2 durch ein spätes Tor von Rupprecht in der 85. Minute.

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