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Lorenz Horr – Der Kultpfälzer an der Spree

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Lorenz Horr trägt zwischen 1969 und 1977 das Trikot von Hertha BSC in der Bundesliga. Insgesamt 240 Bundesligaspiele werden es. Und der Pfälzer führt die Mannschaft mit dem Trikot und der Fahne auf der Brust als Kapitän in die oberen Tabellenränge. Die erfolgste Phase nach dem zweiten Weltkrieg wird wesentlich vom Stürmer aus Ludwigshafen-Oggersheim geprägt.

Vom SV Alsenborn zu Hertha BSC

Lorenz Horr wechselt als 20-Jähriger in der Saison 1962/63 vom heimischen FSV Oggersheim aus der 1. Amateurliga Südwest zum ambitionerten SV Alsenborn in die A-Klasse, Gruppe Westpfalz/Nord. Dort betreut und berät Fritz Walter, der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 1954, das Team bei seinem Aufstieg.

Im Jahresrhythmus steigen die Alsenborner fortan auf. Als Aufsteiger wird 1964/65 die Meisterschaft in der Amateurliga Südwest und der Aufstieg in die Regionalliga Südwest erreicht. Fritz Walter hält in seinem Buch „SV Alsenborn, Aufstieg einer Dorfmannschaft“ über Lorenz Horr fest:

„Vom Tag seines ersten Einsatzes an wurde Lorenz Horr zur dominierenden Figur in unserem Angriff, zu einem echten Spielmacher, und ist es all die Jahre hindurch geblieben. Der Halbstürmer und Spielführer spielt und regiert schon seit 1963 im Mittelfeld und kann offensive und defensive Aufgaben gleich gut erfüllen.“

Fritz Walter

In der Aufstiegsrunde zur Bundesliga 1968 wird die Dorfmannschaft Dritter nach Hertha BSC und Rot-Weiss Essen. Beim 2:1-Heimsieg gegen Hertha BSC erzielt Lorenz Horr beide Treffer. Daraufhin wollen ihn die Berliner sofort für die Bundesliga verpflichten. Horr bleibt noch eine Saison Runde in Alsenborn und scheitert 1969 in der zweiten Aufstiegsrunde an Rot-Weiß Oberhausen. In der Saison 1968/69 erzielt er in 29 Ligaspielen 24 Tore und wechselt im Sommer 1969 an die Spree.

Die Erfolgsjahre in Berlin

In seiner ersten Saison für Berlin kommt er in 22 Bundesligaspielen auf 13 Tore, obwohl er fast drei Monate pausieren muss. Er gehört dem 40er-Kader des DFB an, der am 23. April 1970 der FIFA gemeldet wurde, zum 22er-Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft 1970 gehört er nicht mehr. Dank seiner Tore wird Hertha BSC 1970 und 1971 jeweils Dritter und 1975 Deutscher Vize-Meister hinter Borussia Mönchengladbach. Unter Trainer Georg Keßler gehört er zusammen mit Torhüter Thomas Zander, den Abwehrspielern Uwe Kliemann, Ludwig Müller, Michael Sziedat, Hans Weiner sowie den Mittelfeldspielern Erich Beer, Erwin Hermandung, Wolfgang Sidka, Holger Brück und den Stürmern Gerhard Grau und Kurt Müller zur Stammbesetzung von Hertha.

Die besondere Verteidigungstaktik

Bekannt für seine unvergleichlichen Zweikämpfe, bei denen er zwischen den Gegnern hindurchschlüpft ohne den Ball zu verlieren, ist Horr bis heute eine Hertha-Ikone. Eine ganz besondere “Verteidigungstaktik” entwickelt der Pfälzer, der aus Alsenborn kommt, mit Hilfe seines ausgestreckten Hinterteils, mit dem er den Ball – meist erfolgreich – vom Gegner abschirmt.

Am 30. Mai 1977 tritt er das letzte Mal für Hertha BSC und als Profispieler an, im Wiederholungsspiel des DFB-Pokal-Finales gegen den 1. FC Köln, das die Berliner mit 0:1 verlieren.

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